Dezember 2018

Rhodoferax ferrireducens – Bakterien ans Netz!

Vorweihnachtszeit - das bedeutet auch dieses Jahr: Endlose Lichterketten illuminieren allabendlich (mehr oder weniger geschmackvoll) deutsche Fußgängerzonen und Vorgärten. Kabel glühen, Stromzähler qualmen und Kraftwerkern steht der Schweiß auf der Stirn.

Da kommt die Entdeckung amerikanischer Mikrobiologen gerade recht. Die isolierten aus Sedimenten in der Oyster Bay, USA, ein Bakterium, das ein neues Kapitel in der Energiegewinnung eröffnen könnte: Rhodoferax ferrireducens. Der produziert in einer speziellen Brennstoffzelle elektrische Energie - aus Glucose. Und das bei Raumtemperatur und einem Wirkungsgrad von über 80 % (!). Gut, der erste Prototyp reicht bislang nur für den Betrieb eines Taschenrechners. Aber die Wissenschaftler sind zuversichtlich: Vielleicht füttern wir bald schon unsere Elektrogeräte mit „Zuckerln“. Was liegt da näher, als zukünftig den Betrieb der Weihnachtsbeleuchtung auf die süße Energiequelle umzustellen. Schließlich  ist der Substratnachschub gesichert: Spekulatius, Lebkuchen, Stollen, Schokolade ...  - soll doch Rhodoferax all das vertilgen. Immerhin leuchtet dann der Tannenbaum, während bei uns nur  irgendwann die Waage ächzt ...

Quelle:
CHAUDHURI  SK; LOVLEY  DR (2003): Electricity generation by direct oxidation of glucose in
mediatorless microbial fuel cells. Nature Biotechnology online 09/2003