April 2018

Mycobacterium vaccae – „Hirntuning“ mit Mikroben?

Mycobacterium modifiziert nach Wikimedia Commons

Kennen Sie das auch: das vergebliche „Wühlen“ in den eigenen Hirnwindungen nach Namen, Passwörtern oder anderen Informationen? Da keimt dann immer mal wieder der Wunsch nach einem „Upgrade“ für die körpereigene „Festplatte“ auf. So weit ist die Technik allerdings (zum Glück) noch nicht. Auch das „Hirndoping“ mit Medikamenten ist nicht empfehlenswert - und zudem auch strafbar.

Vielleicht hilft da ein Mikroorganismus: Mycobacterium vaccae. Zumindest bei Mäusen verbessert er deutlich die Lernleistung. Bekommen die Nager den Keim verfüttert, finden sie den Weg durch ein Labyrinth doppelt so schnell wie ihre Artgenossen ohne mikrobielle Unterstützung. An der besonderen Intelligenz der Mykobakterien scheint das allerdings nicht zu liegen. Die beiden US-Forscherinnnen, die den Versuch durchführten, vermuten, dass der Anstieg des körpereigenen Botenstoffes Serotonin dafür verantwortlich ist. Doch wie an diesen sagenhaften Keim herankommen?
Am besten wiederum mit „Wühlen“. Diesmal aber nicht im Hirnkasten, sondern am besten im heimischen Garten. Denn Mycobacterium vaccae lebt im Erdboden. Und: Körperliche Aktivität in der freien Natur steigert zusätzlich den Serotoninspiegel ...

Quellen:
LOWRY CA; HOLLIS JH; DE VRIES A; PAN B; BRUNET LR; HUNT JRF; PATON JFR; VAN KAMPEN E; KNIGHT DM; EVANS AK; ROOK GAW; LIGHTMAN SL (2007): Identification of an immune-responsive mesolimbocortical serotonergic system: Potential role in regulation of emotional behavior. Neuroscience 146, 765-772

MATTHEWS D; JENKS S (2010): Vortrag auf dem 110. General Meeting der American Society for Microbiology, San Diego