Vaginalflora

Vaginale Mikroökologie

Die wichtigsten Vertreter der physiologischen Vaginalflora sind Lactobacillus sp. und Bacteroides sp. Erstere produzieren Milchsäure für einen sauren vaginalen pH-Wert sowie auch keimhemmende Substanzen. Dadurch verhindern sie, dass Fremdkeime Einzug in die Vaginalflora halten. Diese bereiten Probleme, wenn sie in höheren Keimzahlen auftreten. Auch ein Anstieg des vaginalen pH-Werts ist ein Indiz für eine Vaginose.

Die aus Vaginaltupfern durchgeführte quantitative Vaginalflora-Analyse gibt Ihnen Auskunft über den Zustand der physiologischen Vaginalflora  einschließlich der wichtigen Vaginose-Keime. Mittels pH-Teststreifen, gemessen durch die Patientin, wird der vaginale pH-Wert beurteilt.

Folgende Keime der Vaginalflora werden routinemäßig erfasst:

Fakultative Vaginalflora:

  • Enterobacteriaceae
  • Enterococcus sp.
  • ß-hämolysierende Streptokokken
  • Staphylococcus aureus
  • Andere aerobe Bakterien
  • Gardnerella vaginalis
  • Candida sp.

Vaginalflora

Physiologische Vaginalflora

  • Lactobacillus sp.
  • Bacteroides-Prevotella-Porphyromonas-Gruppe

 

Vaginale Ökobilanz

Die "Vaginale Ökobilanz" ist ein relativer Index und dient dazu, verschiedene Befunde miteinander vergleichen und damit beispielsweise den Erfolg von Therapiemaßnahmen bewerten zu können. Jede Abweichung einzelner Keimarten/-gattungen/-gruppen sowie des pH-Wertes vom Normalzustand wird mit Punkten bewertet. Je höher die Abweichung, desto höher der Punktwert. Die Summe der einzelnen Punktwerte ergibt die „Vaginale Ökobilanz", die damit den Zustand der vaginalen Mikroökologie widerspiegelt. Optimal sind 0 Punkte.

Vaginal-pH

gering erhöht

3 Punkte

deutlich erhöht

5 Punkte

Bewertung von Abweichungen in der "Vaginalen Ökobilanz"

Vaginalflora

Gering vermehrt/vermindert

1 Punkt

Mäßig vermehrt/vermindert

2 Punkte

Stark vermehrt/vermindert

3 Punkte